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Die nachfolgenden Ausführungen haben keinen rechtsverbindlichen
Charakter. Sie stellen aber Empfehlungen dar, die eine erfahrungsgemäß
gute Verfahrensweise bei der Sanierung von Schimmelpilzschäden und
somit die Wahrung des derzeitigen Kenntnisstandes in Bezug auf eine
qualifizierte Schimmelpilzsanierung darstellen.
Aufgrund der komplexen Zusammenhänge bei Schimmelpilzsanierungen
ist vor Sanierungsbeginn die Erstellung eines detaillierten, auf
den Schadensfall individuell abgestimmten und schriftlich fixierten
Sanierungskonzeptes in Anlehnung an BioStoffV, TRBA, TRGS 524 und
BGR 128 anzuraten.
Feuchteschäden und von Schimmelpilz befallene Bereiche sind unter
hygienischen und gesundheitsvorsorglichen Gesichtspunkten fachgerecht
zu sanieren. Hierfür sollte ein Fachsanierer mit ausreichender Erfahrung
in der Schimmelpilzsanierung hinzugezogen werden.
Bei der Schimmelpilzsanierung ist insbesondere
auf die folgenden Kriterienpunkte zu achten:
- Die Ursachen des Feuchteschadens müssen vor Sanierungsbeginn
hinreichend beseitigt werden. Der Sanierungsbereich muss trocken
sein.
- Die Regeln des Arbeits- und Gesundheitsschutzes (insbesondere
über die Verwendung von Atemschutz / mindestens tragen von P2-,
FFP2-Masken, staubdichte Anzüge mit Kapuze) sind zu beachten.
Abfälle sind fachgerecht zu entsorgen.
- Der Sanierungsbereich (sog. Schwarzbereich) ist zur Verhinderung
der Kontamination von Einrichtungsgegenständen freizuräumen und
gegen angrenzende Bereiche hinreichend derart staubdicht abzuschotten
(reißfeste Folie auf Ständerkonstruktion oder Stellwände), dass
keine Verschleppung von Schimmelpilzsporen aus dem Sanierungsbereich
erfolgen kann. Einhausungen sind in Bereichen, in denen mit einer
Sporenfreisetzung durch schimmelpilzbelastete Materialien zu rechnen
ist, gegen nicht von der Sanierung betroffene Bereiche, in denen
es zu keinen Verschleppungseffekten kommen soll, vorzunehmen.
Vorzugsweise sollte ein Zu- bzw. Abgang über Außenbereiche geschaffen
werden. Teppichböden sind vorsorglich mit reißfester Folie staubdicht
abzukleben. Der Zu- und Abgang zu nicht von der Sanierung betroffenen
Bereichen (sog. Weißbereiche) sollte über Schleusen erfolgen.
Die Schaffung eines Unterdruckes im Sanierungsbereich sollte in
Erwägung gezogen werden. Alle von Schimmelpilzbefallenen Materialien,
die aus dem Sanierungsbereich verbracht werden sollen, sollten
vorsorglich in verschließbaren Behältnissen (reißfeste Säcke oder
verschließbare Tonnen) verbracht werden.
- Befallene Bereiche müssen entfernt und beseitigt werden, da
von einem Mycelwachstum in tieferliegende Bereiche auszugehen
ist. Dies gilt explizit auch für Mauerputz, der häufig von Schimmelpilzmycel
durchsetzt ist. Ein bloßes Überstreichen oder eine oberflächliche
fungizide Ausrüstung befallener Bereiche stellen keine hinreichende
Sanierungmethode dar und werden zu einem späteren Zeitpunkt bei
Feuchteeinwirkung zu einem erneuten Befall führen.
- Der Sanierungsbereich ist nach Beendigung der Arbeiten hinreichend
zu reinigen (zweimaliges Absaugen der Raumoberflächen mit K1-
bzw. H-Sauger) und zu desinfizieren (Absprühen mit 80-%iger Alkohol
bei Beachtung des Explosionsschutzes). Eine Grundbehandlung mineralischer
Untergründe mir Wasserglaslösung ist zur pilzhemmenden Wirkung
in Erwägung zu ziehen. Vom Einsatz von fungiziden Schutzausrüstungen
auch ehemals pilzbelasteter Bereiche ist aufgrund ihres häufig
gesundheitsgefährdenden Potentials gutachtlicherseits eher abzuraten.
- Nach Beendigung der Sanierungsarbeiten und vor Einbringung
neuer Baustoffe ist die Durchführung von Erfolgskontrollmessungen
(Raumluft- und Oberflächenanalysen) anzuraten, um den Sanierungserfolg
und die hinreichende Reinigung des Sanierungsbereiches zu überprüfen.
Der rein optisch nicht erkennbare potentielle Verbleib von Restsporen
würde zu Verschleppungseffekten und entsprechenden Sekundärkontaminationen
führen. 7. Der Wiederaufbau ehemals belasteter Oberflächen sollte
vorzugsweise mit mineralischen Putzen und Silikatfarben erfolgen,
um durch deren einen hohen pH-Wert einen relativ pilzwidrigen
Untergrund zu schaffen.

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